Seite wählen

Holzschutz nach DIN 68800 Teil 3

Vor kurzem war ich bei der Neuvorstellung der Änderungen der DIN 68800 Teil 3.

Die DIN 68800 ist derzeit in 5 Teilen gegliedert:

  • Teil 1: Allgemeines
  • Teil 2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen
  • Teil 3: Vorbeugender chemischer Holzschutz
  • Teil 4: Bekämpfungsmaßnahmen gegen Holzzerstörende Pilze und Insekten
  • Teil 5: Vorbeugender chemischer Schutz von Holzwerkstoffen

Hier möchte ich mal Punkte aus dem 3. Teil vorstellen

Holz und seine Gefährdungsklassen

Gefährdungsklasse Bereiche
0 – Innen verbautes Holz ohne Beanspruchung durch Spritzwasser oder Niederschläge
– Raumfeuchte weniger als 70 %
– Holzfeuchte weniger als 20 %
– Nach Möglichkeit auf großflächigen (Abhängig vom Raumvolumen) Holzschutz bei unverbauten Hölzern verzichten
1

– Raumfeuchte bis 70 %
– Innen verbautes Holz ohne Beanspruchung durch Spritzwasser oder Niederschläge

2 – Raumfeuchte über 70 %
– Nassbereiche, Holzteile wasserabweisend abgedeckt
– Außenbauteile ohne unmittelbare Wetterbeanspruchung
– Holz ohne direkten Erdkontakt, vorübergehende Befeuchtung möglich
3 – Außenbauteile mit Wetterbeanspruchung ohne ständigen Erd- und/
oder Wasserkontakt (z.B. Carports, Balkone…)
– Holz der Witterung oder Kondensation ausgesetzt
4 – Außenbauteile mit Wetterbeanspruchung ohne ständigen Erd- und/oder Wasserkontakt

Gefährdungklassen und deren Prüfprädikate:

Gefährdungsklassen Prüfprädikate
0 Innen verbautes Holz, welches ständig trocken ist, wird keiner Gefährdung ausgesetzt.
Eine Imprägnierung mit einem Holzschutzmittel ist nicht erforderlich.
1

Iv gegen Insekten vorbeugend wirksam

2

Iv gegen Insekten vorbeugend wirksam
P gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)

3 Iv gegen Insekten vorbeugend wirksam
P gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W auch für Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht im ständigen Erdkontakt und nicht im ständigen Kontakt mit Wasser
4 Iv gegen Insekten vorbeugend wirksam
P gegen Pilze vorbeugend wirksam (Fäulnisschutz)
W auch für Holz, das der Witterung ausgesetzt ist, jedoch nicht im ständigen Erdkontakt und nicht im ständigen Kontakt mit Wasser
E auch für Holz, das extremer Beanspruchung ausgesetzt ist (im ständigen Erdkontakt und/oder im ständigen Kontakt mit Wasser sowie bei Schmutzablagerungen in Rissen und Fugen)

Bei den bekämpfenden Holzschutzmitteln kommen weitere Prüfprädikate dazu:
Ib = Insektenbekämpfend
(M) = Mauerschwamm – Sperrmittel

Hier mal ein paar Praxisbeispiele zum Thema Holzschutz:

In Innenräumen in denen Sichtbare Holzbauteile verbleiben, sollten man auf einen großflächigen Holzschutz verzichten es kann kann zu Gesundheits-und Umweltschäden
führen. Großflächig ist bezogen auf das tatsächliche Raumvolumen. Derzeit gibt es kein zugelassenes Holzschutzmittel das für den Einsatz im Innenbereich zugelassen ist. Es gibt aber eine elegante Möglichkeit dieses “Verbot” zu umgehen. Nach einem Einsatz im Innenbereich muß man die behandelten Stellen mit einem farblosen Anstrich versehen, oder man nimmt generell nur einen farblosen Anstrich der 2-3 mal aufgetragen wird. Nur mit wässrigen Lasuren oder Holzfarben arbeiten.

Um Beispielsweise ein Carport, das ja der ständigen Bewitterung ausgesetzt ist und somit die Gefährdungsklasse 3 benötigt, den richtigen Holz zu versehen gibt es mehrere Möglichkeiten. Um Beispielsweise die natürlichkeit des Holzes zu erhalten würde ein dreifacher Anstrich mit Imprägniergrund GN genügen. Sollte man aber auf einen farblichen Anstrich haben wollen könnte man auch folgende Schritte durchführen. 1. Imprägniergrund GN 2. HK Lasur 3. der farbliche Deckanstrich.

Holzrisse sollte man so legen das das Wasser wieder ungehindert ablaufen kann, oder man verschließt die Risse.